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Enemer
Gutsbesitzer


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 03.09.2010
Beiträge: 428

Wohnort: Vindobona / Wallern

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BeitragVerfasst am: 04.02.2011 13:04    Titel: Wenn Wasser fließen.... Antworten mit Zitat

…eine schicksalshafte Begegnung

Es klang wie Musik als das Wasser seinen unbeirrten Weg über die Steine im Bachbett suchte. Der Bach verdiente nicht einmal den Namen. Nicht einmal knietief und auch nur etwa so breit, dass ein großgewachsener Mann nur drei große Schritte benötigte um ihn zu durchqueren. Immer wieder wuchsen einzelne Weiden und kleine Büsche entlang des Laufes. Nur hier wurde er etwas breiter und neben den kleinen Sträuchern und den schlanken Weiden, wuchsen wenige andere Bäume. Nalwyn liebte diesen Fleck. In der Wärme des Sommers, schimmerte die Sonne in einem wunderschönen grüngold durch die Blätter.
Nur bekleidet mit dem langen Wollhemd, das sie trug und sich seitlich ihrer Schenkel geknotet hatte, watete sie im Wasser umher. Die Schelte, welche sie nachher erwartete war es allemal wert, diesen Mittag hier zu verbringen. Im Dorf würde keiner bemerken das sie verschwunden war. Viel zu groß waren die Aufregung und der Rummel, über die Reiter aus Aldburg, welche gestern in den Abendstunden eingetroffen waren. Seit Wochen sichtete man immer wieder bei Nacht Orks. Als dann die ersten abgelegenen Höfe niedergebrannt wurden, hatte der Dorfrat um Hilfe in Aldburg ersucht. Aus diesem Grund wurde ihr auch von ihren Eltern untersagt, das Dorf zu verlassen. Aber niemand hatte bisher von Orks berichtet die am Tage unterwegs waren.
Nalwyn beugte leicht das Knie, schöpfte Wasser und wusch sich das Gesicht, löste ihren streng gebundenen Zopf und drehte sich mit weit ausgestreckten Armen mehrmals im Kreis, den Kopf im Nacken und der Sonne zulächelnd.
Plötzlich hielt sie inne, ein Pferd näherte sich, im schnellen Trab. Eilends sammelte sie ihre Hose und Schuhe ein, versteckte es unter einem Strauch, nahm den Ledergurt ihres Schwertes in den Mund und kletterte in den nächsten Baum dessen Blätter ihr ausreichend Schutz gegen Blicke boten.

Enemer zügelte sein Pferd. Er hatte genug von dem Rummel und hatte sich auf einen Erkundungsritt begeben. Dieser baumbewachsene Fleck schien genau das richtige zu sein um Acharon zu tränken, und sich selbst etwas zu erfrischen und Ruhe zu gönnen. Und so schwang er sich aus dem Sattel und führte das Pferd zum Wasser. Sein treuer Hengst schnaubte mehrmals unruhig und Enemer blickte sich prüfend um. Das Gras war leicht niedergetrampelt, dies konnte aber auch schon früher am Tag passiert sein. Leise sprach er auf sein Pferd ein, das sich darauf hin beruhigte und anschließend friedlich zu grasen began.

Nalwyn saß angespannt ihm Baum. Sie versuchte so lautlos es ging zu Atmen und sich nicht zu bewegen. Was der Fremde mit seinem Pferd sprach konnte sich nicht hören. Es war keiner der Männer aus dem Dorf. Breitschultrig, und groß, etwa einen halben Kopf, vielleicht auch ganzen mehr als sie, schätze Nalwyn. Einen gestutzten Bart um Mund und Kinn, und langes Haar, teilweise zu einem Zopf gebunden, damit es nicht ins Gesicht hängt. Nalwyn schmunzelte lautlos.

Enemer stieß seinen Speer mit verhaltener Kraft in den Boden, zog seine Schuhe aus, und seinen Waffenrock. Anschließend zog er das Hemd aus der Hose und begann es ebenfalls auszuziehen. Mehrmals runzelte er nachdenklich die Stirn, er war sehr versucht sich ganz zu entkleiden und in das kühle Nass des Baches zu liegen. Aber fürs erste würde er sich nur erfrischen. Und so zog er sein Hemd aus, schmiss es ebenfalls zu den anderen Sachen beim Speer und ging ins Wasser. Mit einem zufriedenen seufzen, schöpfte er sich Wasser ins Gesicht.

Nalwyn keuchte fast laut auf, als der Mann sich anfing zu entkleiden. Was sollte sie denn nun machen. Mucksmäuschenstill saß sie auf ihrem Baum und schaute. Er schöpfte, ebenso wie sie noch vor kurzem, Wasser in sein Gesicht, allerdings so viel das es ihm, als er sich aufrichtete den Hals entlang nach unten lief, oder auf seine Brust tropfte. Er war wirklich hübsch anzusehen.
Doch da trat der Fremde wieder aus dem Wasser und begann seinen Gurt der Hose zu öffnen und Nalwyn wusste, sie musste handeln. Zum einen war es unbequem, zum anderen, würde er sie vielleicht doch früher oder später hier oben entdecken, und das wäre sehr peinlich.
Nalwyn löste den Knoten ihres Hemdes, damit ihre Beine wenigstens bis zu den Knien bedeckt waren und sprang geschmeidig vom Baum, zog dabei ihr Schwert und kam etwa zweieinhalb Pferdelängen vor dem Mann auf dem Boden auf. Sein Gesicht und die Augen zeigten keinerlei erschrecken und mit der Schnelligkeit des geübten Kämpfers hatte er seinen Speer in der Hand.

Enemer stand da, den Speer locker in der Hand und musterte das Wesen, welches ihm unverhofft vor die Füße gesprungen war. Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ein Mädchen, gekleidet in ein langes weites Wollhemd, die Haare zerzaust und der Blick herausfordernd. Er schätze sie auf 16 höchstens 18 Sommer. Wie kam sie nur zu einem Schwert? Abgesehen davon, was machte das junge Ding hier allein abseits des Dorfes. „Na Kleines? Was machst du den hier. Weißt du denn nicht das es viel zu gefährlich ist für dich, dich ausserhalb des Dorfes alleine aufzuhalten?“ fragte er sie zwar in freundlichen aber doch belehrendem Ton.

Um Nalwyns Mund bildete sich ein sturer Zug. Was bildete sich dieser eingebildete Troll eigentlich ein, so mit ihr zu sprechen. „Seid ihr einer der Männer aus Aldburg?“ und als der Mann mit einem schmunzeln nickte „Dann werde ich euch zeigen, dass ich nicht hilflos bin und auch keine Kleines!“
Der Mann lacht und Nalwyn ging auf ihn los. Zu Beginn parierte er nur ihren Schlägen und Hieben, doch je länger sie versuchte seine Verteidigung zu durchbrechen, umso öfter ging er nun auch zum Gegenangriff über. Nalwyn, die sich mehr auf ihre Wendigkeit, denn auf ihre Kraft verlies, wich seinen Hieben geschickt aus. Doch je länger es ging, umso mehr kam sie aus der Puste. Nach etwa einer viertel Stunde wich sie mehrere Schritte zurück und stellte ihr Schwert mit der Spitze nach unten vor sich hin, schaute ihren Gegenüber an. „Einigen wir uns auf ein Unentschieden?“ Stolz und Stur ist ihr Gesichtsausdruck
Ohne auf seine Antwort zu warten, nimmt sie ihren Schwertgurt, verstaut dieses und fischt ihre restlichen Sachen aus dem Busch.

Enemer kann nur mit Mühe ein Lachen unterdrücken als das Mädchen so stolz da steht. Gedankenverloren legt er eine Hand ans Kinn und beobachtet wie sie dann aus einem Busch Kleidung und Schuhe holte. Nicht gewillt den Blick abzuwenden stütz er sich auf seinen Speer und sieht sie in einfache Lederhosen und Schuhe schlüpfen. Überrascht runzelt er aber die Stirn als sie nicht das übliche Überkleid noch hervorzog, sondern direkt ihr Schwert umgurtete. Sie schien doch weit reifer zu sein als er angenommen hatte, den nun erkannte er sehr wohl schon weibliche Rundungen die gut zu dem hübschen Gesicht und den Rotblonden Haaren passten.

Nalwyn fühlte sich von ihm beobachtet was sie verunsicherte. Fahrig nahm sie ihr Haar zusammen, flocht es geschwind zu einem Zopf und band ihn mit einem Lederband, das sie aus der Hosentasche zog. Dann wandte sie sich ihm zu.
„Ihr kämpft gut, Herr, hättet ihr Lust, dies öfter zu tun?“ Der Fremde zog etwas die Augenbrauen hoch und erwiderte „Du willst das ich mit dir übe?“ Nalwyn seufzte leise, es war immer dasselbe. Die Männer fanden es ganz amüsant, sich ab und an mit ihr zu messen, aber wirklich üben wollte keiner mit ihr. „ja, das sagte ich doch gerade, Herr!“ „Ich werde darüber nachdenken, Kleines“ amüsiert, hob er sein Hemd wieder auf „Aber sag wie heißt du?“
Nalwyn die sich schon zum Gehen gewandt hatte, wendete sich nochmals kurz um. „Nalwyn Herr, Nalwyn Tornathstochter, die jüngste Tochter des Schmieds Herr. Und bitte verratet mich nicht an meine Familie.“ Dann wendet sie sich um und lief schon Richtung Dorf davon. Den überraschten Ausdruck auf dem Gesicht des Mannes schon nicht mehr wahrnehmend.


(ooc: dieser Teil ist abwechselnd aus zwei Perspektiven geschrieben, natürlich in Absprache mit Enemer)


Nalwyn eilte die Straße zu ihrem Elternhaus hinauf. Der Sommer trieb die Menschen aus ihren Häuser hinaus, und so wechselte sie hier ein paar Worte, grüßte dort, lächelte ein paar Kindern hinterher die an ihr vorbei sprangen. Wie gern wäre sie noch Kind, aber dieses Jahr im Winter jährte sich ihre Geburt zum 18ten Mal und schon das ein oder andere Mal waren Worte gefallen, die ihr zu verstehen gaben, sie war kein Kind mehr.
Aber warum sich den schönen Abend mit solchen Gedanken verderben. Beschwingt und fröhlich ging sie den Weg weiter. Sie kam gerade vom Flußufer und hatte auf dem Weg nachhause mehr als genug getrödelt. Schon seit mehreren Tagen traf sie sich dort heimlich mit dem Reiter. Und jedes Mal hatte wohl auch er sein Vergnügen daran, sich mit ihr zu messen. Er war ihr kräftemässig überlegen, aber von Mal zu Mal wurde sie besser, ihre Ausdauer und ihre Reaktion. Es machte ihr einfach Spaß. Das einzige was er ihr bisher nicht gesagt hatte war sein Name. Nur unter der Bedingung das sie nicht nach seinem Namen forschte, würde er sie hier treffen und üben. Das fiel ihr zwar schwer, aber da ihr diese Kämpfe wichtiger waren, zügelte sie ihre Neugier. „Meinen Namen“ hatte er mit einem amüsierten Ton gesagt „…erfährst du noch früh genug, Kleines!“ Dieses Wort „Kleines“ trieb ihr jedes Mal heiße Wellen des Zornes durch den Körper. Wie konnte er nur so Arrogant sein!
Nalwyn strich sich nochmals mit der Hand übers Haar, versicherte sich das es wenigstens fast ordentlich war, überprüfte die Kleidung nochmals nach verräterischen Zeichen, die darauf hinweisen könnten, das sie sich unerlaubt aus dem Dorf entfernt hatte und trat dann mit einem fröhlichen Lächeln ins Haus. Nach dem hellen Sonnenschein kam es ihr hier drin dunkel vor, und ihre Augen benötigten eine Weile, bis sie sich ans Dunkel gewöhnt hatten.
Aber bevor sie richtig sah, hörte sie die Stimme ihres Vaters. „Komm Nalwyn, setzt dich, das Essen ist fertig!“ Nalwyn runzelte leicht verwirrt die Stirn. Keine Schelte über ihr spätes Erscheinen? Das fehlen eine Überkleides und wegen des Schwertes? Doch dann hatten ihre Augen sich gewöhnt und sie sah dass außer ihrem Vater, ihrer Mutter und Dorderath noch ein weiterer Mann mit dem Rücken zu ihr am Tisch saß. Mit einem freundlichen „Westu hál, Herr“ trat sie um den Tisch und lächelte als sie ihren Blick nun auf die Vorderseite des Mannes richtet. Sie war nur froh das sie nun im Rücken ihrer Vaters und Bruders stand, viel zu überrascht war ihr Ausdruck als sie den Mann vom Fluss wiedererkannte. Höflich erhob er sich und sie sah den Schalk in seinen Augen blitzen. Kurz verengten sich ihre Augen zornig, bevor sie es schaffte ein freundliches Lächel auf ihr Gesicht zu zaubern. Zu den Worten ihres Vaters deutete er eine leicht Verbeugung an und setz sich wieder.
„Dies ist Enemer Enomerssohn aus Aldburg. Er ist der Hauptmann der Reiter die zu uns gekommen sind.“ Die nächsten Worte hörte sie nur noch wie durch dicken Nebel und war einzig bemüht ein gleichgültiges Gesicht zu machen „Er bringt uns Nachricht von deinem Bruder Fendorath…“

_________________
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BeitragVerfasst am: 04.02.2011 13:04    Titel: Re:


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