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Odalric
Gutsbesitzer


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Anmeldungsdatum: 16.08.2011
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BeitragVerfasst am: 20.09.2013 14:33    Titel: In die Winde zerstreut - Nalwyns Verschwinden Antworten mit Zitat

Es war eine laue Nacht. Wolkenlos und die Wärme war von der Art, die einen in den Schlaf sog, noch während man sich hinlegte.

Nalwyn lag zusammengerollt auf der Seite neben Odalric in ihrem Zelt auf dem Lager und lächelte. Sie spürte Wärme und Behagen in ihrem Traum. Zufriedenheit. Doch ihr Lächeln flackerte und erstarb. Die Sicherheit, die sie eben noch spürte, entwich ihrem Geiste und sie bekam das Gefühl zu fallen. Ohne Halt drehte sie sich im Kreis und stürzte einem unbekannten Verderben entgegen. Stimmen schwammen geisterhaft in ihrem Kopf. Männliche Stimmen zu Anfang. Dann drängte sich eine weibliche Stimme in den Vordergrund. Eine wohlbekannte Stimme. Denn sie gehörte ihrer Mutter. Sorge schwang darin mit. Angst. Die Angst spiegelte sich in Nalwyns Gesicht. Ihre Brauen waren zusammengezogen, die Stirn lag in Furchen. Nalwyn…wo bist Du? Meine Tochter! Hilfe! Oh bitte…Nalwyn! Ein schriller Schrei zerriss den Traumschleier. Im Traum war es ihre Mutter die geschrien hatte. Im Zelt fand Nalwyn sich plötzlich aufrecht sitzend wieder. Ihren Mund aufgerissen und kalter Schweiß auf ihrer Stirn. Ihr Herz trommelte schmerzhaft in der Brust.

Ihr Schrei brachte Bewegung in die Decken und Odalric rappelte sich verschlafen neben ihr auf. Nalwyn wurde sich bewusst, dass sie geschrien hatte und legte sich die Hand über die Lippen, ehe sie langsam zum Mann neben sich sah. Wieder ein Albtraum und mit jeder weiteren Nacht wurden sie schlimmer. Odalric legte die Arme um sie. Im ersten Moment ließ sie sich erleichtert darauf ein und kam zu Atem. „Du hast wieder schlecht geträumt. Hier ist es sicher.“ Je länger sie an seiner Schulter ruhte, desto mehr kam sie ins Grübeln. „Géa. Nur einen Moment, Odalric. Es geht schon.“ Plötzlich war es ihr unangenehm so eingeengt zu sein und sie schob ihn mit den Händen an der Brust von sich. Zunächst sachte, dann deutlicher. „Schlaf weiter, Odalric. Es geht mir gut!“ Sowohl ihre Geste, als auch ihre Worte, trug sie schärfer vor als gewollt. Odalric runzelte irritiert die Stirn und nickte. „Verzeih! Ich werde versuchen, den Traum zu vergessen.“ Nalwyn versuchte ein Lächeln und drückte Odalric einen Kuss auf die Wange, als er sich von ihr abgewandt wieder hinlegte.

Sie sagte ihm, was er hören wollte ohne lügen zu müssen. Sie würde es versuchen. Doch sie wusste, dass sie die Träume nicht vergessen konnte. Weder ihr Verstand noch ihr Körper gestatteten es ihr. Zu ihrer Überraschung und ihrem Unmut, spürte sie dumpfen Schmerz in ihrem verletzten Schwertarm. Nach Wochen ohne Beschwerden, brannte es um ihr Handgelenk und die lange Narbe spannte unangenehm. Sie war ruhelos. Auch jetzt, da sie Rücken an Rücken mit Odalric unter der Decke lag. Ihre Finger gruben sich in das Fell unter ihr und sie starrte leer in die Flamme der Kerze, die geschützt in einem Windlicht vor ihren Augen flackerte. Sie fühlte, dass Sorgen und Kummer sie bald überwältigen würden und sie wollte es nicht zulassen. Sie musste etwas tun! Tagelang haderte sie mit ihrem Vorhaben und scheute dessen Folgen. Aber es gab keinen anderen Weg. Das wusste sie nun und ihr Entschluss stand fest.

Nalwyn sah über ihre Schulter zurück zu Odalric. Er schien wieder eingeschlafen. Sie seufzte und zögerte noch einen kleinen Moment. Wie konnte sie aufbrechen ohne ihm eine Nachricht zu hinterlassen? Die Eorlinga drehte sich auf den Bauch und griff nach einer der Taschen im Zelt. Ein Ledereinband landete leise auf ihrem Strohkissen, während sie nebenbei schon nach einem spitzen Stück Kohle fischte. Blatt für Blatt sah sie durch Odalrics Zeichnungen, auf der Suche nach einem leeren Pergament. Freie Seiten waren über die Wochen ihrer Reise rar geworden. Die Bilder riefen Erinnerungen in Nalwyn wach. Einige sorgten für ein Lächeln und andere brachten tief verwurzelte Gefühle ans Tageslicht. Tränen perlten in ihren Augenwinkeln und Nalwyn ergriff die Flucht nach vorn. So schnell wie möglich überflog sie die Seiten und fand endlich Platz zum Schreiben. Ihre Hand zitterte beim Führen des Stiftes und sie musste schwer schlucken, um sich vom Weinen abzuhalten. Als sie fertig wurde, warf sie den Kohlestift erleichtert hin und holte Luft. Sie faltete das Pergament in der Mitte und legte ein besonderes Andenken mit hinein. Jene Blüte aus Bruchtal, die sie bis zu diesem Tage aufbewahrt hatte. Ihre Abreise würde einen Tag der Vorbereitung benötigen. Morgen Nacht jedoch, würde sie diesen Ort hinter sich lassen und allein nach Hause reiten. Zumindest vorerst. Nalwyn legte alles an seinen Platz zurück und versteckte ihren Brief. Mit müden, verquollenen Augen legte sie sich hin und versuchte zu schlafen.




Guten Tag zusammen.

Dies ist die erste Episode einer kleinen Geschichte, die Nalwyn ordentlich aus dem RP verabschieden soll. Nalwyn und ich haben uns darauf geeinigt, dass ich etwas dazu schreibe. Aufgrund eigener Verpflichtungen bin ich bisher nicht dazu gekommen, sie hier einzustellen.

Die Geschichte spielt sich kurz nach der Ankunft der Éored in Rohan ab.

Viel Vergnügen damit.

Odalric

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BeitragVerfasst am: 20.09.2013 14:33    Titel: Re:


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