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Chlothar
Waffenschmied


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Anmeldungsdatum: 05.08.2010
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BeitragVerfasst am: 05.09.2010 20:23    Titel: Ein unvermittelter Aufbruch Antworten mit Zitat

Freahild schrieb:

Freahild zurrte die Lederriemen ihrer schweren Satteltasche zurecht. Noch immer wirkte sie etwas abgezehrt, aber in den letzten Wochen war sie zumindest körperlich wieder zu Kräften gekommen. Ihre Bewegungen waren zielstrebig und kraftvoll, als sie ihre Ausrüstung überprüfte.
Sie rollte die grobe, grüne Wolldecke zusammen und verschnürte sie zusammen mit einigen anderen sperrigeren Ausrüstungsteilen am Sattelknauf. Gedanklich ging sie noch einmal alles durch. Ein konzentrierter, entschlossener Ausdruck trat in ihr schmales Gesicht. Ein paar Notvorräte, Kochgeschirr, Verbandszeug, Feuersteine und Zunder, ein paar Felle für kalte Nächte - ja das Nötigste war gut verstaut. Zu einem Jagdausflug würde sie aufbrechen, so hatte sie es ihrem Mann und ihrer Schar erklärt. Um Abstand zu gewinnen und wieder zu sich selbst zu finden.

Ihre Miene verhärtete sich einen Augenblick lang, als sie zur Kontrolle die obere Satteldecke anhob. Kaum auszumachen unter der dicken Decke verbargen sich dort in ledernen Scheiden geschützt zwei blanke Schwerter. Umsichtig hatte sie sie geschärft in den letzten Tagen, und noch nie war sie dabei so sorgfältig vorgegangen wie dieses Mal. Sie versicherte sich kurz, dass sie allein ist, dann zieht sie eines davon aus seiner Scheide und betrachtete es. Die scharfe Klinge reflektiert das Licht der Sonne. Fast schien es ihr, als ob die Schneide selbst das Licht in diesem Moment spalte. Fest umfasste sie den Griff, spannt ihre Muskeln an und ließ das Schwert in einem weiten Kreis durch die Luft sausen. Unvermittelt hielt sie in dem Schlag inne und steckte es zufrieden wieder an seinen Platz und breitete die Decke darüber. Ihr Gesicht verriet keine Regung.

Einen Moment zögerte sie und blickte zum Haus Adlerhorst hinüber - ein imposantes Gebäude, gut geschützt von der steilen Felswand, die in seinem Rücken aufragte und mit weitem Blick in das Tal hinunter. Niemand konnte sich diesem Ort ungesehen nähern. Vor noch gar nicht langer Zeit waren ihr Gatte Dugal und sie dort eingezogen.
Freahild liebt dieses Haus mit den angrenzenden großzügigen Koppeln, wo sie ihre Rösser gut versorgt weiß, und doch hatte der Umzug etwas von einer Flucht gehabt. Flucht vor dem, was geschehen war, Flucht vor ihrer eigenen Schuld. Sie wollte nicht mehr fliehen.

Der weiße Hengst schnaubte auffordernd und seine Nüstern blähen sich. Er spürte die Spannung, die von seiner Herrin ausgeht; ungeduldig stampfte er mit dem Vorderhuf auf. Das ungewohnte Gewicht des Gepäcks auf seinem Rücken irritierte ihn zudem, weshalb er beleidigt an der Satteldecke herumzupfte. Freahild wendete sich ihm zu und klopft ihm auf den Hals.

"Stille, Lifwynn. Wir alle müssen uns in unser Schicksal fügen und zuweilen das tun, was getan werden muss."

Entschlossen schwang sie sich in den Sattel und trieb ihr Pferd zur Eile an.


Zuletzt bearbeitet von Chlothar am 26.11.2013 00:35, insgesamt 2-mal bearbeitet

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utweardeorlingas
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BeitragVerfasst am: 06.09.2010 09:23    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Goetric hatte soeben seine Mahlzeit beendet, die Sonne schien ihm in seinem Garten auf das Gesicht und er verspürte eine gewisse Trägheit, die ihn auf seine Gartenbank drückte. Der Wind trug die Geräusche klappernden Hufschlags zu ihm.

Einen letzten Happen kauend stand Goetric mit seinem Teller in der Hand auf und konnte Freahild die Straße entlang eilen sehen.
Lifwynn die Sporen gebend
ritt sie die Straße hinunter. Seltsam kam ihm vor in welcher Geschwindigkeit Freahild, die sonst sicherlich auf einen Tee oder einen Happen angehalten hätte, an seinem Garten vorbeizog.

Auch schien ihm Lifwynn, der Hengst, angespannt, irgend etwas in der Körpersprache des Tieres beunruhigte Goetric.

Das Geschirr der Mahlzeit war schnell abgeräumt und auf einen großen Stapel zusammengehäuft den Thengdrith, der in dieser Woche die Hausarbeiten zu verrichten hatte, bisher schändlich ignoriert hatte. Goetric ertappte sich dabei, vor seiner Kiste mit Ausrüstung zu stehen. Sein Kettenhemd und seinen Lederwams hatte er schon angezogen, die Armschienen waren schon fest an seinen Armen zugezurrt. Was war da los?

Goetrics berüchtigtes Magengefühl, welches ihm schon so oft das Leben gerettet hatte, meldete sich seit dem Anblick von Freahilds Aufbruch vehement mit einem unangenehmen Drücken. Auch die alte Narbe von dem Pfeil des Dunländers, der Goetric auf Theoheyns und Cynaiwens Hochzeit niederschoss, schmerzte wieder leicht. Reisebündel und Reitzeug waren wie immer an der Tür bereit gestellt. In wenigen Minuten waren die Pferde gesattelt. Goetric ging um sein Heim herum und klopfte an dem kleinen Anbau, der sich an die Hauswand schmiegte, an.

Arrowyn rieb sich den Schlaf aus den Augen und sah noch sehr zerzaust aus für ihre Begriffe. Auch sie machte sich innerhalb weniger Augenblicke marschbereit. Pfeil und Bogen standen griffbereit hinter der Tür, Goetric drückte ihr wortkarg das Banner in die Hand und saß dann auf seinem Grauen auf. Was ihren altgedienten Meister beunruhigte wollte er ihr vorerst nicht sagen. Arrowyn würde ihm folgen, auch wenn das für sie wie üblich Ärger bedeuten würde. Sie saß auf ihrem wesentlich kleineren Pferd auf und folgte Goetric aus dem Hoftor hinaus auf die Straße.

Am Ortsausgang von Wallhöh hielt Goetric kurz an, sah Arrowyn an, die sofort ihren Blick gen Boden richtete und nach wenigen Sekunden mit dem Finger in Richtung der Oststraße deutete. Was würde Goetric nur ohne ihren Jagdinstinkt und ihre Fährtensucherfähigkeit machen.

Abkürzungen wählend erreichten Goetric und Arrowyn die alte Oststraße und reihten sich ein in den um diese Zeit doch beträchtlichen Verkehr, der von Bree aus in den Osten verlief... einer ungewissen Zukunft entgegen aber sicher wieder auf dem Weg in ein Abenteuer zu sein.

In Gedanken versunken ritt Goetric gen Osten.
Die Kleine würde schon wissen was sie tut, doch wenn nicht, dann wäre es vielleicht nicht verkehrt im Hintergrund zu sein um im Notfall eingreifen zu können... nach allem was sie in letzter Zeit durchgemacht hatte...
-dachte er bei sich selbst.

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BeitragVerfasst am: 06.09.2010 09:23    Titel: Re:


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Dugal
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Anmeldungsdatum: 07.08.2010
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BeitragVerfasst am: 08.09.2010 13:08    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Als Dugal abends vom Jubiläum des Volks Gondors zurückkehrt, entzündet er zunächst die Kerzen, und dann ein Feuer im Kamins im Nebenzimmer. Schließlich setzt er sich auf die gepolsterte Bank, und denkt nach. Oft hatte er hier mit Freahild zusammen gesessen. Nun allein hier zu sitzen, fühlte sich seltsam an.

Das Sippentreffen war gut gewesen. Er hatte zum ersten Mal das Haus seines Freundes Belurion gesehen, und war recht angetan. Er hatte gar nicht gewusst, dass Belurion solch ein hervorragender Angler war. Auch war es eins der letzten Treffen unter Freunden gewesen, bevor Bereanor und Injael zu ihrer weiten, und gefährlichen Reise aufbrechen würden. Man hatte viel geredet, und gelacht, und gegessen und getrunken. Und sich alte Geschichten erzählt, schöne wie traurige. Es war ein gutes Treffen gewesen ...

... und doch schweifen seine Gedanken nun in die Nordhöhen, zu seiner Frau, die dort in der Einsamkeit der Wildnis jagen und zu sich finden will. Eine gute Idee. Dugal hätte sie gern begleitet, doch hatte er zu viel zu tun hier in Bree. Er vermisste sie bereits jetzt.

Nachdenklich ging er zu Bett.

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Chlothar
Waffenschmied


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BeitragVerfasst am: 21.09.2010 14:59    Titel: Die Reise Antworten mit Zitat

Freahild schrieb:

Der Ritt durch die einsamen Lande verlief weitgehend ereignislos. In gleichmäßigem Trab flog der weiße Hengst auf dem steinigen Weg dahin, und mehr als ein paar Krähen bekamen sie nicht zu Gesicht. Die Sonne stand schon tief am Horizont, als sie die Brücke erreichten, hinter der die Trollhöhen ihren Anfang nahmen. Schon zeichneten sich die ersten Sterne am klaren Himmel ab, und Freahild entschloss sich, das Nachtlager aufzuschlagen ehe die Dunkelheit herein brach. Kein unnötiges Risiko, das war eine der Lehren, die sie aus den tragischen Ereignissen der letzten Wochen gezogen hatte. Und eine nächtliche Durchquerung der Trollhöhen wäre alles andere als unriskant.

Auf einer kleinen Anhöhe unweit der Brücke entdeckte sie einen von mächtigen Bäumen beschatteten Platz, leidlich geschützt vor Wind und Wetter, doch offen genug um die Umgebung im Auge zu behalten. Ein paar Wölfe heulten in der Nähe, doch die schreckten Freahild nicht. Nur Lifwynn scharrte unbehaglich mit den Hufen im laufbedeckten Boden.
Mit schnellen Handgriffen schichtete sie aus trockenen Zweigen ein Lagerfeuer auf,  entfachte es und breitet ihre Felle und Decken für die Nacht aus. Gefahren hatte sie hier nicht zu fürchten, und wenn doch, so würden Lifwynns wache Sinne sie rechtzeitig warnen. Eine Weile beobachtete sie die züngelnden Flammen und dachte nach. Über den Weg, der vor ihr lag,, und darüber, was sie zurückgelassen hatte. Doch dauerte es nicht lange, bis sie in unruhigen Schlaf fiel.

Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch das Blätterdach. Freahilds Pferd stieß sie sanft an der Schulter an und blähte schnaubend die Nüstern. Nach einem bescheidenen Frühstück aus Graubrot, einem Stück Käse und ein paar getrockneten Beeren packte sie ihr Lager zusammen und ritt weiter gen Osten. Ein scharfer Westwind trieb dunkle Wolken über den Himmel, und bald entluden sie sich in dicken Tropfen, die den erdigen Waldweg langsam in einen schlammigen Sumpf verwandelten. Lustlos trottete der Hengst durch den tiefen Matsch, die Ohren angelegt, doch schicksalsergeben. Freahild zog ihren Umhang aus dicker Schafwolle enger um sich. Die fettige Wolle bot leidlich guten Schutz gegen die Nässe, aber gegen eine derartige Himmelsflut war auch sie nicht gänzlich gefeit.

Fast bereute Freahild es, den Schutz ihres behaglichen Zuhauses aufgegeben zu haben, doch schalt sie sich im gleichen Moment selbst dafür. Ihr fehlte die tröstliche Nähe ihres Mannes, sein Zuspruch und das Gefühl von Sicherheit, dass sie in seiner Nähe verspürte. Ihn belügen zu müssen schmerzte sie. Doch wusste Frea, dass sie den Verlust eines weiteren geliebten Menschen nicht verkraften würde. Eine solche Schuld wollte sie sich kein zweites Mal aufbürden. Doch der Weg, den sie eingeschlagen hatte, war unumgänglich; sie war ihn sich selbst schuldig, und vor allem ihrer Tochter, der selbst der erste Atemzug von den Dunländern geraubt worden war. Sie würde die Wilden hart für dieses Unrecht zahlen lassen.

Gegen Abend ließ der Regen nach. Lifwynns Fell spiegelte fast vor Nässe. Freahild spähte immer wieder nach den Lücken zwischen den Baumreihen. Der Bruinen rauschte beständig als sie den Weg nach Süden einschlug. Zu ihrer Rechten ragten die steilen Felswände des Bergmassivs steil empor und kalt, fast bedrohlich warfen die hohen Bäume ihre Schatten auf den Weg. Ihr Hengst zügelte sein Tempo. Nervöses Schnauben, knackende Zweige unter den schweren Hufen. Man sagte, an diesen Ufern des Flusses treiben Waldtrolle ihr Unwesen, rohe Gestalten, in ihrem Äußeren kaum zu unterscheiden von Borke und Fels, doch wohnte ihnen rohe Kraft inne und wild war ihr Zorn gegen ungebetene Eindringlinge. Manches Mal meinte Freahild bernsteingelbe Augen im Dunkel zwischen den Bäumen ausmachen zu können. Sie lockerte den Griff ihrer Hand um den Schwertknauf erst, als sich vor ihr die Ebene nach Süden öffnete, und sie die Trollhöhen hinter sich ließ.


Zuletzt bearbeitet von Chlothar am 26.11.2013 00:35, insgesamt einmal bearbeitet

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Chlothar
Waffenschmied


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 05.08.2010
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BeitragVerfasst am: 21.09.2010 15:00    Titel: Eregion Antworten mit Zitat

Freahild schrieb:

Die hügeligen Weiten Eregions breiteten sich vor der Reiterin und ihrem Pferd aus. Einst war die Gegend belebt und prachtvoll gewesen, doch in diesen Tagen erinnerten nur noch heruntergekommene Ruinen der einst reichen Elbenstätten an glanzvollere Tage. Noch immer gab es vereinzelte Siedlungen des edlen Volks, doch hatten andere Wesen große Teile des Landes in Besitz genommen. Orks aus dem Nebelgebirge im Osten, Dunländer, die aus dem Süden heraufgedrungen waren. Finsteres Volk trieb sein Unwesen.
Je weiter sie nach Süden kam, desto aufmerksamer und vorsichtiger wurde sie. Sie ritt langsam im Schatten der Felsen und Bäume, vermied unnötige Geräusche und den Ritt über offenes Gelände. Die Wilden mochten sich im Aufbruch befinden, aber sie würden sicher nicht alle Wachen abgezogen haben. Sie war froh, sich im Schutz der Nacht bewegen zu können. Ihre Augen waren gut, und der Vollmond tauchte die Landschaft in bleiches Licht.

Mit einem Mal blieb ihr Pferd stehen, die Vorderläufe in den sandigen Boden gestemmt. Seine Ohren zuckten. Freahild vernahm seine Zeichen und spähte vorsichtig in die Richtung, die ihr Lifwynn deutete. Auf der Anhöhe im Süden hatte nun auch sie etwas ausgemacht. Nicht viel, nur ein Schemen in der Dunkelheit, doch war seine Bewegung gegen das aufkommende Mondlicht deutlich zu sehen. Beschwichtigend strich Freahild über Lifwynns Hals und glitt lautlos von seinem Rücken. Sie nahm ihren Bogen zur Hand, gürtete die Schwerter. Flach atmend bedeutete sie ihrem Pferd mit einer Handbewegung zu warten. Das Tier gab keinen Laut von sich, senkte aber leicht den Kopf zum Zeichen des Verstehens.
Ein schmaler Fußpfad führte die Anhöhe hinauf. Freahild folgte den frischen Spuren, die sich deutlich in die feuchte Erde gegraben hatten. Ein achtsamer Späher wäre nicht so unvorsichtig gewesen, dachte sie bei sich.  Mit der linken Hand bog sie einige in den Weg ragenden Zweige beiseite, während sie sich langsam vorantastete, jeder Muskel ihres Körpers gespannt. Hinter einer Biegung entdeckte sie kurz darauf den Urheber der Spuren. Ein grobschlächtiger Mann, bärtig, untersetzt, stützte sich lässig auf ein grobes Breitschwert, dass er in den Boden getrieben hatte. Er hatte ein provisorisches Lager aufgeschlagen, war aber offensichtlich allein. Die Reste des Feuerholzes im verglimmenden Feuer prasselten träge. Der Dunländer gähnte ausgiebig und ließ seine Halswirbel knacken. Plötzlich hielt er in der Bewegung inne und legte den Kopf schräg. Lauschend. Freahild hielt den Atem an. Ihre Sorge war jedoch unnötig, denn schon im nächsten Augenblick hatte er ihr wieder den Rücken zugewendet und stocherte mit seinem Schwert im Feuer. Sie zögerte nur einen Sekundenbruchteil, dann straffte sie sich. Ein Schrei drang ihre Kehle hinauf und mit gezückten Schwertern stürzte sie sich auf den überrumpelten Mann. Der Kampf währte nicht lange. Mit einem gezielten Hieb schlug sie ihm das Breitschwert aus der Hand und nach ein paar weiteren lag der Dunländer leblos am Boden, der sein dunkles Blut in sich aufsog. Sie durchsuchte seine plumpe Ledergewandung, fand aber nichts was ihr wirklich weiterhalf. Danach entzündete sie das Feuer neu und verbrannte alle Überreste. Die Kampfspuren am Boden bedeckte sie mit Sand.

Das Glück blieb ihr auch in den nächsten Tagen treu. Das große Heer der Dunländer schien sich tatsächlich zurückgezogen zu haben, wie Skarwin schon berichtet hatte. Freahild folgte seiner Spur, die unübersehbar in südlicher Richtung verlief. Ab und an stieß sie auf vereinzelte Nachzügler oder kleine Gruppen, die ihr aber keine großen Schwierigkeiten bereiteten. Die Überraschung und die Kraft ihrer Wut waren auf Freahilds Seite, und mehr als ein paar oberflächliche, ungefährliche Schnitte trug sie nicht davon. Bei Tag schlief sie, versteckt in geschützten Höhlen, derer es auf ihrem Weg einige gab, und des nachts zog sie zu ihrem Rachefeldzug aus. Die großen Feldlager fand sie größtenteils verlassen vor. Wölfe stromerten zwischen den zurückgelassenen Zeltstangen und den eingerissenen Palisadenzäunen und suchten nach fressbaren Überresten. Freahild beobachtete sie und erinnerte sich was sie ihrem Mann über ihren „Jagdausflug“ erzählt hatte. Es wäre wohl nicht verkehrt mit einigen Jagdtrophäen zurückzukehren, die davon ablenkten, wie sie ihre Zeit tatsächlich verbracht hatte.
Mit verengten Augen spähte sie über das Flussufer nach Süden. Die Truppen der Dunländer waren im Licht der Morgendämmerung nicht auszumachen, doch war es klar, dass sie diesen Weg einschlugen. Doch war es ein Rückzug oder ein Vormarsch? War die Pforte Rohans noch sicher? Freahild seufzte. Noch war es nicht an der Zeit, noch nicht. Mit vereinten Kräften würden sie zurückkehren und ihren Landsleuten beistehen, wenn es soweit war.

Der Rückweg verlief ohne große Zwischenfälle. Ihre Vorräte waren zur Neige gegangen, doch war ihr das Jagdglück gewogen, und sie erlegte einen jungen Hirsch, dessen Fleisch ihr sehr gelegen kam. Sein Fell packte sie zum Rest ihres Gepäcks auf Lifwynns Rücken, zusammen mit einigen Wolfspelzen. Am Bruinen legte sie eine Rast ein und reinigte sich von den Spuren des Kampfes. Und es war ihr, als würde sie mit dem Schmutz auch einen Teil ihrer inneren Last verlieren. Sie fühlte sich ausgelaugt und erschöpft, aber das bittere Feuer, das in ihrem Inneren gelodert hatte, hatte sich etwas beruhigt. Sie war bereit zurückzukehren.


Zuletzt bearbeitet von Chlothar am 26.11.2013 00:35, insgesamt einmal bearbeitet

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utweardeorlingas
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BeitragVerfasst am: 21.09.2010 22:04    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Goetric ritt eine Weile lang schweigend die Oststraße entlang und grübelte vor sich hin. Vielleicht hatte er sich falsch entschieden hinter Freahild herzureiten. Sie war alt genug und wusste was sie tat. Für kurze Zeit war er fast entschlossen umzukehren und sich behagliche Tage in Wallhöh zu machen... Nein, er würde hinter her reiten. Man konnte nie wissen was in diesen Zeiten passieren würde.

Mit der Zeit wurde Arrowyn gesprächiger. Man unterhielt sich auf dem Ritt über das Wetter, was in Wallhöh noch alles zu tun sei und was dies für eine prächtige Jahreszeit sei. Mit der Zeit änderte sich die Landschaft. Die Einsamen Lande zeigten sich als gelb-braune Wüstenei, nur die Ruinen alter Festungen und Gebäude ließen den Wissenden darauf schließen wo man sich befand. Das Wild ließ sich nahe der Straße kaum blicken und tatsächlich konnte man am Horizont gegen den nahenden Abendhimmel nur einige Krähen auffliegen sehen. Diese Krähen flogen in geringer Höhe auf Goetric und Arrowyn zu. Von weitem war ihr Krächzen zu hören. Arrowyn legte elegant einen Pfeil auf ihrem Bogen ein und schoß ohne viele Worte zu verlieren die erste Krähe vom Himmel. Der Feind hatte seine Augen überall und diese Dunlandkrähen würden niemandem irgendetwas erzählen können. Zwei weitere Krähen holte Arrowyn noch vom Himmel. Eine letzte verfehlte sie knapp doch flog diese nun hastig gen Süden davon.

Von den Krähen beunruhigt zogen sie weiter gen Osten der letzten Brücke entgegen. Wenige Meilen vor der Brücke wurden sie von der Dunkelheit der Nacht verschluckt. In der Dunkelheit war an eine weitere Verfolgung nicht zu denken. Der Weg war zwar breit und die Nacht war einigermaßen Klar doch würden sie in dieser Dunkelheit nichts und Niemanden aus der Ferne erspähen können und Goetric und Arrowyn waren bereits Müde von den Strapazen des Tages. Sie suchten sich eine Senke abseits der Straße und entzündeten aus trockenem Buschwerk ein kleines Feuer über dem sie sich ein mageres Mal erwärmten. Ab morgen würde es nur noch trockenes Brot und Käse geben zuzüglich einiger Früchte die man in der Wildnis finden konnte. Das Gespräch während dem Abendessens drehte sich Hauptsächlich um Fragen des Proviants und was Thengdrith sich aus dem Haus der Dreien abgezweigt hatte ohne es wieder aufzufüllen.

Arrowyn zog ihren Umhang fest um sich zusammen und schlief neben dem Feuer ein. Goetric beobachte schweigend das Feuer und rauchte dabei seine Pfeife. In der Ferne konnte man das Heulen von Wölfen hören, sicherlich heulten sie den Mond an.

Die Nacht wurde immer kälter. Goetric hielt die Wacht, ab und zu stand er auf, ging aus der Senke um die Sterne abseits des Feuerscheins beobachten zu können. Als er dies zum letzten Mal im Laufe seiner Feuerwache tat fiel ihm auf, dass er weder Wolfsgeheul noch irgend welche anderen Tierlaute vernahm. Kein Vogel, kein Insekt und kein Kleingetier war zu hören.

Ein kalter Schauer lief Goetric über den Rücken. Irgendetwas schien nicht zu stimmen. Langsam zog er Simbelmynae aus seiner Schwertscheide. Die uralte Klinge, die er seit Jahren trug und welche schon seit langem in seiner Familie von einem Sohn zum nächsten weitergegeben wurde schimmerte weiß im Mondlicht. Ein kurzer roter Schimmer zeigte sich als wolle das Schwert seine Lust nach Blut zum Ausdruck bringen. Diese Waffe hatte im Laufe seiner Familiengeschichte so manches Mal seinen Träger vor Unheil gewarnt, was der Träger mit dieser Warnung anstellte war eine andere Sache...

Mit einem schlechten Gefühl in der Magengrube bewegte sich Goetric wieder in die Senke als er im Randbereich des Feuerscheins ein Paar gelb glühender Augen erblickte. Einen kurzen Moment starrten sich Goetric und das Augenpaar gegenseitig an. Die Augen stierten glühend durch die Nacht, erhellt vom Feuerschein den sie wiederspiegelten.

"Für König und Mark!" schrie Goetric und durchquerte die Senke mit wenigen Sätzen, das Schwert seiner Urahnen in der Hand. Ein höhnisches Schnauben gefolgt von einem rasselnden Knurren ging dem Sprung des Warges vorran der ihn mit Goetric auf Halben Wege durch die Senke zusammentreffen lies.

Mit einer schnellen Bewegung zu Seite und einer Kraftvollen Körperdrehung ließ Goetric sein Schwert auf den Nacken des Wargen niedersausen. Die Klinge durchschnitt pfeifend die Luft und bahnte sich ihren Weg durch die Nackenmuskulatur des Warges. Von der Bewegungsenergie des Warges der nun leblos am Rand der Senke liegen blieb zur Seite gerissen kämpfte Goetric um seinen Stand.
Arrowyn fuhr aus dem Schlaf hoch und erblickte den muskulösen Körper des Warges unweit ihres Schlafplatzes. Sofort griff sie ihren Bogen, sprang auf und begann ihre Sehne in den Bogen einzulegen. Goetric drehte sich an seinem Platz in der Mitte der Senke einmal um seine eigene Achse. Das Schwert nach Aussen haltend versuchte er einen brennenden Ast ausfindig zu machen um diesen als zusätzliche Waffe zu nutzen.

Hinter sich konnte er Arrowyn hören, die einen Pfeil in ihren Bogen einlegte. "Warge sind Rudeltiere. Es sind sicher noch mehr von ihnen hier..."

Ein vielkehliges Geheul war plötzlich zu hören, fast gefrohr einem das Blut in den Adern bei diesem Klang. (tbc)

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utweardeorlingas
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BeitragVerfasst am: 21.09.2010 22:45    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Der Angriff ließ nicht lange auf sich warten. Ein weiterer großer Schatten tauchte unvermittelt am Rande des Feuerscheins auf und nannte zwei diesmal grünlich leuchtende Augen sein eigen. Um sie herum erschien nun eine Vielzahl von kleineren Schatten und ein dauerhaftes Knurren war zu hören. Arrowyn schoss einen ums andere Mal einen Pfeil in die Dunkelheit, oftmals wurde der Schuss mit einem lauten Aufheulen quitiert.

Langsam begann sich der zweite Warg auf Goetric zu zu bewegen. Entgegen seinem Vorgänger ließ er sich Zeit mit einem Angriff. Plötzlich schnellte er vorran und hieb mit seiner Klaue nach Goetrics Bein. Dieser zog es schnell zurück. Die kleinen Panzerschuppen an Goetrics Stiefeln konnten schlimmeres verhindern, durch den Schlag leicht taub geworden verlagerte Goetric schnell sein Gewicht und rammte sein Schwert blitzschnell durch den Brustkorb des Warges. Dieser bäumte sich kurz auf und warf sich dann in seinem Todeskampf hin und her, Goetric das Schwert aus der Hand reißend.

Als der Warg in der Mitte der Senke in sich zusammen sank verstummte das Geheul der Wölfe. Die Meute verschwand in der Dunkelheit.

Kurz sah sich Goetric nach Arrowyn um die noch immer mit dem Bogen im Anschlag in die Dunkelheit starrte.

"Ich denke das wars... " flüsterte Arrowyn leise. "Diese Warge haben das Rudel vielleicht dazu angestiftet uns anzugreifen... Wölfe würden das um diese Zeit nicht grundlos tun...".

Nach einiger Zeit beruhigten sich Goetrics und Arrowyns Nerven wieder, auch die nächtlichen Laute der Tiere waren wieder zu hören. Goetric schleppte mit Arrowyn die Kadaver der Warge aus der Senke. Die Wargköpfe steckten sie an grob zusammengeschlagene Pfähle zur Warnung und Abschreckung. Dann legte sich Goetric neben das Feuer und schlief unruhig bis zum Morgengrauen.

Bei Anbruch des Tages erwachte Goetric. Arrowyn hatte während ihrer Wacht fünf Wölfen, die sie während dem Angriff in der Dunkelheit der Nacht erlegt hatte, das Fell abgezogen und sie zum Transport vorbereitet. Die Kadaver der Wölfe lagen nun neben denen der Warge mit dem Unterschied das sie den Wölfen in die Einschusswunden grünende Äste von umliegenden Sträuchern gesteckt hatte.

"Sehen wir was die nächsten Tage uns bringen" sagte Goetric und blinzelte den ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages entgegen.

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utweardeorlingas
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BeitragVerfasst am: 24.09.2010 20:30    Titel: (Kein Titel) Antworten mit Zitat

Nach einem kurzen Frühstück brachen Arrowyn und Goetric ebenfalls auf, um den Pfad weiter zu verfolgen den sie als den von Freahild annahmen.

Der Weg bis zur Brücke stellte sich als etwas unbequemer dar als es am Tag zuvor noch den anschein gehabt hatte. Schließlich erreichten sie am frühen Vormittag die Brücke. Das Wetter hatte sich verschlechtert, eine Regenfront hatte sich gebildet und die beiden Reisenden zogen ihre Umhänge fester an sich. Das Blätterdach des Waldes fing nur noch wenige Regentropfen ab, die nun alle unnachgiebig zu Boden prasselten. Arrowyn versuchte im Regen eine Spur auszumachen doch der Regen hatte den Boden aufgeweicht und viele Spuren schon wieder verwaschen. Auf die kleinste Spur achtend ritten Goetric und Arrowyn weiter in den Wald hinein. Nach wenigen Stunden schien eine weitere Verfolgung aussichtslos. Der Regen, die begrenzte Sicht und der Umstand, dass sie nur langsam vorran kamen lies Goetric zu dem Schluss kommen, dass eine konventionelle Verfolgung keinen Sinn machte.

Arrowyn und Goetric zogen sich in eine kleine Höhle zurück die an einem Berghang lag. Hier würden sie sich kurz aufwärmen und ein Paar Happen zu sich nehmen. Nebenbei berieten sie was nun zu tun sei.

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BeitragVerfasst am: 24.09.2010 20:30    Titel: Re:


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